6 Voraussetzungen für meinen Weg zum €50.000 Investment

In 2020 habe ich über €50.000 in mein ETF Depot investiert.

Mit diesem Geld hätte ich mir auch ein Tesla Model 3, oder 12.500 Döner kaufen können.

Habe ich geheime Geldquellen, beim Poker gewonnen, oder bin ich der uneheliche Sohn von Susanne Klatten? Natürlich nicht. In einem früheren Beitrag habe ich meine einfache „Strategie“ bereits preisgegeben:

Lies: Die „Bud Spencer“-Methode – Wie ich mein 6-stelliges Portfolio aufgebaut habe💸✅

In diesem Beitrag geht es allerdings um die Voraussetzungen die mir das ermöglicht haben.

Vorneweg will ich sagen, dass ich €50.000 nicht ausschließlich durch mein Einkommen investieren konnte. Ich habe zusätzlich auf Erspartes zurückgreifen müssen. Trotzdem habe ich einen Großteil durch mein Gehalt gedeckt.

Die Möglichkeit dafür zu haben, solche Summen investieren zu können erfüllt mich mit Dankbarkeit und ein wenig Stolz. Aber es gehört auch etwas Glück dazu. Vor allem ist es ein Ergebniss vieler kleiner Entscheidungen die ich in meinem Leben getroffen habe. Die 6 wichtigsten für mich sind:

  • Fleiß
  • Sparsamkeit
  • Studium
  • Praktika 
  • Job
  • Karriere

Jeder von uns kennt Geschichten von Lottogewinnern, die nach wenigen Jahren vor dem Ruin stehen. Ein hohes Vermögen schützt also nicht vor finanziellem Ruin. Die eigene Persönlichkeit und die Erziehung sind wichtige Bestandteile langfristig auch erfolgreich zu bleiben. Dabei ist es egal, ob du ein hohes Einkommen erzielen willst, oder ein hohes Vermögen erhalten möchtest.

Fleiß

Fleiß halte ich für einen der größten Treiber im Leben. Er verhält sich wie ein physikalisches Gesetz. Je mehr Energie in etwas gesteckt wird, desto höher ist der Output.

Im englischen gibt es das bekannte Sprichwort: „Hard work pays off“. Je mehr ich auf eine Klausur gelernt habe, desto besser war meistens auch meine Note hinterher. Auch im täglichen Leben wird kein Geld verschenkt, sondern wir müssen jeden Tag im Job dafür arbeiten.

In der Schulzeit habe ich es leider mit dem Fleiß nicht so genau genommen. Erst in der Oberstufe habe ich langsam verstanden, dass Lernen anstrengend ist. Gezündet habe ich dann nach dem Abitur, als ich meinen Zivildienst in der Küche in einem Altenheim angefangen.

Tip von mir: Wer seinen Kindern Fleiß beibringen will, steckt sie am besten in eine Großküche für ein paar Wochen. 😉

Mein Studium habe ich dann so richtig ernst genommen. Vielleicht hatte ich auch etwas Angst vor den Prüfungen. Wenn ich manchmal etwas überwältigt vom Stoff war, habe ich mir das Ziel gesetzt als letzter aus der Bibliothek zu gehen. Dann konnte ich mir selbst nicht vorwerfen faul gewesen zu sein. So war meine Logik zumindest damals. Im Nachhinein sicherlich nicht die effizienteste Methode – geschadet hat es mir aber auch nicht.

Sparsamkeit

Liegt vielleicht in meinen Genen als Schwabe 😉 – wahrscheinlicher ist allerdings dass es einfach Erziehung war. Danke Mama, danke Papa!

Sparsam zu leben ohne verzichten zu müssen fällt mir einfach nicht schwer. Vielleicht ist das eine (stark) abgemilderte Form von Frugalismus. Oder Minimalismus?

Studium

Ja, es gibt Mark Zuckerberg und Bill Gates die ihr Studium abgebrochen haben. Der sicherste Weg zu Wohlstand führt allerdings weiterhin über Bildung. Besonders in der westlichen Welt. Entscheidend ist das Humankapital zu steigern. Die Eintrittskarte für einen begehrten Job führt oft weiterhin über einen Studienabschluss.

Das zeigt sich auf bei folgender Statistik von Statista, die das durchschnittliche Lebenseinkommen unterschiedlicher Bildungsgrade zeigt:

Lebenseinkommen unterschiedlicher Bildungsgrade
Lebenseinkommen unterschiedlicher Bildungsgrade

Mit einem Universitätsabschluss verdient man in seinem gesamten Leben demnach rund €2,3 Mio., wohingegen man mit Abitur „nur“ rund € 1,6 Mio. verdient.

Ich habe an einer Fachhochschule studiert. Dort verdient man durchschnittlich € 2,0 Mio. – ich bin aber zuversichtlich das zu toppen 😉. Dabei hilft mir unter anderem auch eine weitere Entscheidung, die ich im Studium getroffen habe und großen Einfluss auf mein Einkommen und Vermögen gehabt hat:

Wähle einen passenden Schwerpunkt!

Das beste Studium nutzt nichts, wenn der Arbeitsmarkt es nicht honoriert. Einen nachgefragten Schwerpunkt zu wählen, erhöht die Chance auf mehr Verdienst deutlich.

Ich habe mich damals für Finanzwirtschaft entschieden, auch wenn das BWL Studium allgemein bereits sehr arbeitsmarkt-freundlich ist. Besonders gefragte BWL Bereiche werden besser bezahlt. Dazu gehört unter anderem der Bereich Finance, Accounting, Controlling, Steuern etc.

Mach gute Praktika!

Ich vertrete die These, dass es mit guten Praktika nahezu unmöglich ist keine gut bezahlte Arbeit zu bekommen. Nichts anderes im Studium hat einen so direkten Einfluss auf den ersten Job wie Praktika. Insbesondere im Banking sind Praktika wichtig. Engagierte Studenten gehen dabei strategisch vor und arbeiten sich von Praktika bei kleineren Unternehmen, zu Praktika beim Wunscharbeitgeber hoch. Die bekannten Namen im CV haben eine Signalwirkung auf weitere Arbeitgeber. Unterschätzt die Signalwirkung nicht.

Bei mir verlief es ähnlich. Ich habe zuerst ein Praktikum bei einer Big 4 gemacht und war danach bei einer großen deutschen Bank und einer internationalen Investmentbank Praktikant.

Job

Unterschiedliche Branchen bezahlen unterschiedlich gut. Zusammen mit dem jeweiligen Schwerpunkt kann es also zu drastischen Unterschieden kommen.

Besonders „gut zahlende“ Branchen siehst du in folgender Grafik (ebenfalls von Statista):

Einkommen nach Branche
Einkommen nach Branche

Banken bezahlen überdurchschnittlich gut. Fängst du also bei einer Bank mit einem Schwerpunkt Finanzwirtschaft an, ist dir ein gutes Gehalt sicher. Schwieriger wird es (laut Grafik) in der Konsumgüterindustrie, z.B. mit einem Marketing Schwerpunkt.

Doch ein gut bezahlter Job bringt oft noch weitere Vorteile mit sich, die sich auf dein finanzielles Polster niederschlagen. Zum Beispiel:

  • Bonuszahlungen
  • Vergünstigungen
  • Mitarbeiteraktien
  • Betriebliche Altersvorsorge

In meiner Zeit als Banker habe ich neben einer jährlichen Bonuszahlung auch eine betriebliche Altersvorsorge bekommen. Als Berufanfänger waren sowohl der Bonus als auch die Altersvorsorge gering. Für langjährige Mitarbeiter können dort allerdings stattliche Summen zusammenkommen.

Mein letzter Punkt ist branchenunabhängig.

Karriere

Steiger aktiv deinen beruflichen Networth, indem du die Karriereleiter erklimmst. Die größten Gehaltssteigerungen werden durch Karrieresprünge erzielt. Entweder innerhalb des gleichen Unternehmens, oder aber durch Jobwechsel.

Ich habe in meiner Karriere 2 Jobwechsel hinter mir. Bei meinem ersten Wechsel konnte ich mein Fixgehalt um 14% steigern. Beim zweiten Jobwechsel sah die Welt anders aus und ich habe eine Gehaltskürzung um 7% in Kauf genommen. Wie du siehst, läuft nicht immer alles perfekt. Das niedrigere Gehalt habe ich übrigens in Kauf genommen, weil es mir bei dem vorigen Unternehmen nicht gefallen hat.

Mein jetziges Unternehmen ist sehr klein (<20 Mitarbeiter) und bietet daher nicht die Zusatzleistungen großer Konzerne. Dafür ist das Betriebsklima sehr gut und meine Aufgabenstellung gefällt mir.

Hinterher ist man immer schlauer

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Investitionssumme von €50.000 in 2020 das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen in meinem Leben war.

Viele davon haben sich finanziell positiv ausgewirkt. Und wenn du noch einige Entscheidungen vor dir hast, dann kannst du auch etwas strategisch drangehen.

Manche Entscheidungen haben mich aber auch in Sackgassen geführt. Es geht eben nicht immer nur nach oben. Das ist ok – gute und schlechte Entscheidungen wird es immer geben. 

Welche Entscheidungen haben sich auf deine jetzige Investitionssumme ausgewirkt?

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